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Ballondilatation, Stent und Bypassoperation - was ist das?
Neben der medikamentösen Behandlung des Herzinfarkts gibt es verschiedene operative Methoden, mit denen Herzinfarkt-Patienten behandelt werden können. Diese haben sich in den letzten Jahren dank des technischen Fortschritts immer mehr verfeinert und verbessert. Diese Eingriffe sind jedoch Kliniken, die spezielle Einrichtungen für Herzinfarktpatienten (Herzkatheterlabor) besitzen, vorbehalten.
Ballondilatation
Die Ballondilatation wird im medizinischen Sparachgebrauch auch als PTCA (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie) bezeichnet. Hierbei wird das Blutgerinnsel, das die Herzkranzarterie verstopft mit einem dünnen Katheter (Plastikschlauch), dessen Ende ein aufblasbares Teil (Ballon) enthält, beseitigt. Eingeführt wird dieser Katheter meist über ein Gefäß in der Leiste. Von dort aus wird er unter Beobachtung auf einem Bildschirm in das betroffene Herzkranzgefäß vorgeschoben. Ist der Katheter im Gerinnsel angekommen, wird der Ballon aufgepumpt und drückt dadurch das Gerinnsel an die Gefäßwand. Das Blut kann wieder durch das Herzkranzgefäß fließen. Das nachfolgende Herzmuskelgewebe wird wieder mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
Stent
Bei 20-30% der Patienten verschließt sich nach einer Ballondilatation die eröffnete Herzkranzarterie innerhalb eines halben Jahres wieder. Damit das Herzkranzgefäß länger offenbleibt, verwendet der Kardiologe (Herzspezialist) nach einer erfolgreichen Ballondilatation in besonderen Fällen eine Gefäßstütze = Stent. Teilweise werden Stents eingesetzt, die Substanzen in die Gefäßwand abgeben, welche zusätzlich einen Wiederverschluß verhindern sollen. Dieser Eingriff wird als Stentimplantation bezeichnet. Beim Stent handelt es sich um ein scherengitterartiges Drahtgeflecht = Gefäßprothese, die ins Gefäß eingepasst wird. Dadurch kann in vielen Fällen der Wiederverschluss des Gefäßes verhindert oder zeitlich hinausgeschoben werden.
Bypassoperation
Diese wird meistens nicht bei Patienten nach Herzinfarkt durchgeführt (nur wenn andere Verfahren nicht möglich sind), sondern bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Koronaren Herzkrankheit (Angina pectoris), die eventuell kurz vor einem Herzinfarkt stehen. Das Wort 'Bypass' kommt aus dem Englischen und bedeutet Umgehung, Nebenleitung. Auf die Verhältnisse des Patienten mit koronarer Herzkrankheit übertragen, stellt ein Bypass ein Gefäß dar, das sozusagen als Umgehungsgefäß für ein stark verengtes Herzkranzgefäß dient. Hierfür werden dem Körper an anderer Stelle Venen oder Arterien entnommen (es gibt auch schon Ersatzgefäße aus Kunststoff) und am Herzen so eingepflanzt, dass sie den Teil des Herzmuskels mit Blut versorgen, der durch die vorhandene verengte Herzkranzarterie nicht mehr genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Die Anzahl der Bypässe sagt jedoch nichts über den Schweregrad der koronaren Herzerkrankung aus. Aber auch die Bypässe, vor allem die aus Venenmaterial bestehenden, neigen nach einiger Zeit dazu, sich ebenfalls wieder durch Ablagerungen bzw. Gerinnsel zu verschließen.
Nach Ballondilatation, Stentimplantation oder Bypass sollten 'Blutverdünner' eingenommen werden!
Damit nach oben genannten operativen Eingriffen die Koronargefäße bzw. Bypässe der Patienten auch für die kommenden Jahre offen bleiben, sollten blutverdünnende Medikamente, beispielsweise die sogenannten Thrombozytenfunktionshemmer regelmäßig eingenommen werden. Fragen Sie Ihren Arzt, welches Medikament für Sie am besten geeignet ist!
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