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Folgen eines Herzinfarktes

Die Folgen eines Herzinfarkts können für den Betroffenen sehr unterschiedlich sein. Sieht man einmal vom schlimmsten Fall, dem tödlich verlaufenden Herzinfarkt ab, kann ein Herzinfarkt durch die schädigende Wirkung auf den Herzmuskel verschiedene Herzerkrankungen auslösen.

Ein Herzinfarkt verläuft häufig tödlich!

Die Rate der tödlich verlaufenden Herzinfarkte ist nach wie vor erschreckend hoch. So verstirbt auch heute noch innerhalb von 30 Tagen nach einem erlittenen Herzinfarkt ca. jede(r) Dritte an den Folgen seines (ihres) Infarktes. Hiervon sind 55% Männer und 45% Frauen! Dagegen beträgt die Kurzzeitsterblichkeit der Patienten, die mit thrombolytischen Medikamenten oder operativ behandelt werden, in klinischen Studien ca. 7%. Je höher das Alter des Herzinfarktpatienten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Herzinfarkt tödlich verläuft.

Viele Patienten leiden später an Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Wird der Herzinfarkt überlebt, sind häufig bleibende Schäden am Herzmuskel die Folge. Dies ist bei ca. 2/3 der Patienten, die die ersten vier Wochen nach einem Herzinfarkts überlebt haben, der Fall. Auch auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz hat eine frühe medikamentöse oder operative Wiedereröffnung der Infarktgefäße einen deutlich positiven Einfluß, da hierdurch die Zunahme der Infarktgröße gestoppt wird und Gewebe vor dem Untergang bewahrt wird.

Durch die verringerte oder gänzlich unterbrochene Durchblutung eines Gewebebezirks des Herzmuskels ist ein Teil des Herzmuskels abgestorben. Der Herzmuskel kann sich nun nicht mehr in dem Maße wie vor dem Herzinfarkt zusammenziehen. Dadurch verringert sich die Blutmenge, die vom Herzen pro Herzschlag in den Körper gepumpt wird. Dadurch bedingt, gelangen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe in den Körper und alle Organe bzw. Körperzellen leiden an einer Unterversorgung für die Aufrechterhaltung ihrer vollen Funktionsfähigkeit.

Je nachdem, wie stark der Herzmuskel durch den Infarkt geschädigt wurde, ist nach dem Herzinfarkt dann auch die Leistungsfähigkeit des Patienten in unterschiedlichem Maße eingeschränkt. Fühlt sich der eine Patient ohne größere Belastung noch relativ wohl, ist ein anderer so weit in seiner Leistungsfähigkeit limitiert, dass er das Bett nicht mehr alleine verlassen kann. Infolge der Herzschwäche versterben etwa zwei Prozent der Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt haben, in den nächsten sechs Jahren an Herzversagen.

Herzrhythmusstörungen können auftreten!

Normalerweise schlägt unser Herz regelmäßig, etwa 100.000-mal am Tag, 60-100 Schläge pro Minute. Der Taktgeber für die regelmäßige Schlagfolge, das heißt das regelmäßige Zusammenziehen des Herzmuskels ist eine spezielle Schaltzentrale des vegetativen Nervensystems (der Sinusknoten). Dieser vermittelt durch elektrische Impulse, die über spezielle Fasern und unter Einbeziehung einer zweiten 'elektrischen Schaltzentrale' (AV-Knoten) innerhalb des Herzmuskels weitergeleitet werden, die Befehle zum Zusammenziehen und Entspannen des Herzmuskels. Werden durch einen Herzinfarkt Teile dieses elektrischen Leitsystems oder gar der Sinusknoten selbst geschädigt, gerät das Herz aus dem Takt. Man spricht dann von Herzrhythmusstörungen. Schlägt das Herz dauerhaft zu schnell, spricht man von Tachykardie, ist die Schlagfolge zu langsam, von Bradykardie. Wird der Herzschlag unregelmäßig, besteht eine Arhythmie.
Im schlimmsten Fall geraten die elektrischen Impulse durch den Herzinfarkt komplett aus dem Takt; die Herzkammern können sich überhaupt nicht mehr zusammenziehen. Es kommt zum sogenannten Kammerflimmern. Die Folge kann ein tödlicher Herzstillstand sein. Aus den Herzkammern kommende Herzrhythmusstörungen sind die Todesursache Nr. 1 im akuten Infarkt!

Neben Auswirkungen auf den Blutdruck können Rhythmusstörungen auch durch veränderte Strömungsverhältnisse innerhalb der Herz-kammern zur Bildung von Blutgerinnseln führen. Werden diese über die Arterien in andere Körperregionen verschleppt, besteht dort eine hochgradige Infarktgefahr (z. B. Schlaganfall, Lungenembolie)!
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